Georgien - Mit dem Wow-Effekt

 

Ein wenig aufgeregt waren wir schon, als wir aus der Wizz-Air-Maschine von Dortmund aus kommend, in Kutaissi ausstiegen. Ein Taxi brachte uns schnell ins Best Western Hotel Kutaissi. Alles neu, ein wunderbares, kleines Hotel im Boutique-Stil. Wir genossen den köstlichen, georgischen Salat im schönen Dachrestaurant mit Terrasse im Hotel.

 

Ein abendlicher Spaziergang beendete den Tag.

Am nächsten Tag Regen, Regen, Regen…….. ,abenteuerlich, unsere Taxifahrt zum Flughafen, wo wir unseren Leihwagen in Empfang nehmen wollen. Wir hatten einen Fahrzeug mit Vierradantrieb gebucht und übernahmen einen Dacia Duster 4x4. Der Verkehr wirkt anders als in Deutschland deutlich "robuster", es wird viel mehr überholt. Das erfordert etwas Zeit sich auf diesen Fahrstil einzustellen. Als starteten wir in das Abenteuer. 

 

Unser erstes Ziel ist Borjomi, einer der ältesten Kurorte in Südgeorgien. Der Kurpark hatte während der russischen "Besetzung" wohl gelitten, man hat ihn aber renoviert und wieder aufgebaut. Man kann den Charme spüren und sich vorstellen wie sich in vergangenen Jahrhunderten die russische Elite hier erholt hat. Die Gruppe Holiday Inn hat hier ein schönes neues Hotel quasi aus dem Boden gestampft. Es passt sich sehr harmonisch in die bewaldete Umgebung ein. Das Crown Plaza Hotel gefiel uns so gut, dass wir gleich noch ein Zimmer für die Rückreise nach Kutaissi buchten.

 

Nach einem langen, wunderbaren Frühstück im Hotel, fuhren wir etwa eineinhalb Stunden in östlicher Richtung nach Uplistsikhe in der Nähe von Gori. Hier wurde bereits im 6. Jahrhundert v.Chr. eine Festungsstadt in die Felsen gebaut. Die Stadt besteht eigentlich aus Höhlen, die für die damalige Zeit wohl ein komfortables Wohnen ermöglichten. Ausserdem führte hier damals schon die Seidenstrasse entlang, insofern durchaus eine strategische Lage. Sehr interessant durch die Festung zu klettern. Der ganze Komplex ist touristisch und kulturell sehr professionell erschlossen, In einem kleinen Bistro konnten wir eine kleine ausgezeichnete Mahlzeit zu uns nehmen. Im Sommer muss hier mächtig was los sein. Sehr beeindruckend die Fürstenkirche, in der man nicht fotografieren darf. 

 

 

Von da weiter nach Osten Richtung Tiflis. Die Autobahn Richtung Zentrum war sehr belebt und da: links eine grosse Mall. Wir konnten es uns nicht verkneifen, kurz einen Abstecher dorthin zu machen. Alles sehr neu mit einer grosszügig bemessenen Tiefgarage mit jeder Menge grosser SUV's. Das Einkaufszentrum stand den uns gewohnten Zentren in nichts nach. Im Atrium wurden wie in Dubai oder in USA Fahrzeuge ausgestellt. Es waren alle bekannten Marken präsent. Dann ging es weiter ins Zentrum, wo wir im J.W.Marriott ein Zimmer gebucht hatten. Die Anfahrt hat uns etwas gefordert, man hat nicht erwartet, dass wir mit eigenem Auto anreisen. Die meisten Gäste kommen wohl eher mit dem Taxi. Beim Einchecken dann die Überraschung: man hatte uns einen Upgrade reserviert für die Vice-President-Suite mit riesigem Balkon und majestätischem Ausblick auf das nächtliche Tiflis. Noch ein Wort zu dem Namen, Tiflis ist die deutsche Aussprache, hier wird es mit Tiblisi oder auch Tibblisi bezeichnet. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich der Name unter dem jeweiligen Einfluss immer wieder leicht geändert. 

 

Am nächsten Morgen sind wir nach ausgiebigem Frühstück zur Funicular (2013 erneuert), die die 503 m in kurzer Zeit erklimmt. Von der Anhöhe hat man einen ein schönen Blick auf die Stadt. Ein Restaurant mit Terrasse und einen kleinen Vergnügungspark sowie schöne Spazierwege findet man dort. Dann zurück mit der Funicular zur Talstation und von da aus zu Fuss durch die alte Wohnstadt ins Zentrum zurück.

 

Dann ging es nach Norden zum absoluten Highlight auf unserer Reise, den Kaukasus. Von Tiflis fuhren wir fast drei Stunden nach Stepantsminda. Die Fahrt war landschaftlich abwechslungsreich und sehr beeindruckend. Es geht auf der kaukasischen Heerstrasse entlang, die sich langsam in die Höhe des Kaukasus windet. Die Strasse verläuft zur russischen Grenze, der LKW-Verkehr ist enorm. Man sieht überwiegend 3 Nationalitäts-Kennzeichen: Georgien, Russland und Armenien, etwas seltenener Türkei. Und an der Strasse wird gebaut wie Teufel, die Baumaschinen haben häufig Aufschrift von deutschen Baumaschinen-Händlern bzw. Herstellern. Einmal haben wir ein Schild der Weltbank gesehen. 

Dann wandelte sich das Bild und die Umgebung wurde weiss. In Gudauri fühlten wir uns dann in einen Winterkurort versetzt. In der Tat hat man angefangen hier ein Skigebiet zu erschliessen und baut die entsprechende Infrastruktur auf. Von da an war es nicht mehr weit nach Stepantsminda. Hier erreichten wir das Rooms Hotel (gehört zur Starwood Hotelgruppe). Wir hatten ein Zimmer mit Blick auf das Tal und das gegenüberliegende Gebirge gebucht (etwas teuerer). Und das war die richtige Wahl. Wir wurden mit direktem Blick auf den Berg Kasbek (5047m) belohnt. Frühmorgens ging es auf den Balkon, um den Sonnenaufgang zu fotografieren. 

Beim Frühstück und von der Terrasse des Hotels ist der Blick einfach herrlich. Und dann entdeckten wir den gegenüberliegenden Berg Kvemi (2170 m) in seiner ganzen Grösse und davor gelagert die Dreifaltigkeitskirche. Wir erkundigten uns an der Rezeption ob man zur Kirche fahren kann. Die einzige Bedingung: das Auto sollte 4-Rad-Antrieb haben. Ok haben wir gedacht, das ist ja kein Problem. Der Duster 4x4 war startklar. 

Einfach gestaltete sich die Fahrt dort hoch nicht. Vereiste, rutschige Wegstrecken, sehr holpriger Boden, kaum Platz für zwei Fahrzeuge, dem Abgrund nahe. Zu guter Letzt wurde es so glitschig, das wir direkt neben dem Abgrund anfingen mit dem Auto wegzurutschen. Aber wie von Geisterhand bewegt sich das Auto wieder nach vorne und erreichte festen Untergrund. Des Rätsels Lösung war ein smarter Russe, der unsere Situation aus seinem heavy duty SUV beobachtet hatte und unser Auto kurzer Hand in Sneakers und Windjacke angeschoben hat. Als wir oben waren graute uns schon vor der Rückfahrt. Wir liessen das Auto den Weg wieder herunter krachseln und erreichten wohl behalten die Talsole. Geschafft - Für uns war es ein Abenteuer - Die Aussicht dort macht alle Mühe wett!!

Im Ort und auch im Hotel kann man allerorts Fahrten hinauf zur Dreifaltigskeitskirche buchen. Wir haben viele speziell höher gelegt Kleinbusse gesehen, die Touristengruppen hochgefahren haben. Im Nachhinein waren wir natürlich stolz wie Bolle, dass wir die Tour in eigener Regie gemacht haben. Anschliessend ging es auf der Kaukasischen Heerstrasse bis zur russischen Grenze. Da wir kein Visum hatten, sind wir wieder umgekehrt und dann bis Gudauri gefahren.

 

Abends zurück ins Hotel und am nächsten Morgen westwärts zurück nach Borjomi. Hier hatten wir auf der Anreise bereits das Zimmer vorgebucht und erhielten wieder das gleiche grosse Zimmer mit Balkon. Vom Kurpark haben wir die Seilbahn auf den Berg genommen und dabei eine grosse Familie aus Asien beobachtet, die reichlich Filmaufnahme mit der Handy-Cam gemacht haben. Hier in Borjomi war eine der ersten Abfüllanlagen Europas für Trinkwasser gebaut worden. In der ehemaligen Verwaltung befindet sich eine sehenswerte Ausstellung über die Zeit als der Ort noch einen aktiven Kurbetrieb hatte. Namhafte Personen aus russischer Zeitgeschichte haben hier ihre Zeit verbracht.

Jetzt ging es weiter zurück nach Westen Richtung Kutaisi. Hier noch Eindrücke, die wir eingesammelt haben. 

Für die letzte Nacht vor dem sehr frühen Flug am nächsten Morgen hatten wir ein Hotel gebucht, von dem wir dachten es wäre näher am Flughafen als das Best Western Hotel in dem wir die erste Nacht verbrachten. Grosser Irrtum. Wir waren einfach zu ängstlich und hätten es lieber hier vor Ort entscheiden sollen. 

Noch ein Wort zur "Internet"-Versorgung. Im Ankunftsbereich am Flughafen Kutaisi liefen wir sozusagen direkt in den Verkaufsstand der Georgischen Telefon-Gesellschaften. Ich hatte vorher gelesen, dass unser Vodafon hier zwar mobile Daten anbietet, aber das war für unsere Bedürfnisse kaum praktikabel. Hier wurden SIM-Karten für 3G / 4G angeboten. Man konnte wählen von 2GB aufwärts bis 12 GB. Wir haben uns für die 12 GB Karte entschieden, die wir aber bei weitem nicht verbraucht haben. Man erhält einen offiziellen Vertrag gegen Vorlage des Reisepasses, die Karte wird vom Verkäufer sofort freigeschaltet. Nachdem wir die SIM-Karte in unseren mobilen Hotspot eingesetzt hatten, war das Gerät betriebsbereit und wir konnten Ipad und Iphone sofort verbinden.

Einen kurzen Film von 30 Minuten Länge haben wir von unseren Bildern hergestellt. Wer interessiert, bitte email senden.

 

 

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